In einer besseren Welt

Von Gary E. Christenson

 

In einer besseren Welt könnten wir erwarten, dass:

 

  • Privatpersonen, Unternehmen und Regierungen nicht mehr Geld ausgeben als sie einnehmen,
  • alle "ehrliches" Geld mit intrinsischem Wert verwenden, das seine Kaufkraft behält und nicht von Betrügern oder Bankern gefälscht wird,
  • die Regierungen und Banken die Verwendung des "ehrlichen" Geldes unterstützen.

 

 

Doch leider leben wir in dieser Welt und müssen uns daher Folgendes klarmachen:

 

  • Die Verschuldung hat im Laufe des letzten Jahrhunderts rasant zugenommen. Die Staatsschulden der USA sind beispielsweise von rund 3 Milliarden $ auf 20 Billionen $ angewachsen.

  • Währungen sind von den Zentralbanken herausgegebene Schuldverschreibungen. Die Notenbanken treiben die stetige Ausweitung der Geldmenge, das Schuldenwachstum und infolgedessen auch die kontinuierliche Abnahme der Kaufkraft ihrer Banknoten voran.

  • Das "Fiatwährungsspiel" wird so lange fortgesetzt werden, bis das System implodiert.

 

Das Problem, dargestellt in einem Chart:

 

 

Eine andere Perspektive auf den Anstieg der US-Staatsschulden seit 1913:

 

Die Weltwirtschaft lebt von Schulden und Krediten. Die Schöpfung neuer Dollars erfolgt ebenfalls in Form von Schulden, also stellen Sie sich künftig lieber auf eine noch viel höhere Verschuldung ein. Die Daten des nächsten Charts stammen von der Zweigstelle der Federal Reserve in St. Louis:

 

Gold und Silber bieten jedoch Schutz für die Kaufkraft des eigenen Vermögens.

 

Investitionen in den Aktienmarkt sind eine andere Möglichkeit, die eigene Kaufkraft zu schützen.

 

Die Notenbanken und die Geschäftsbanken schöpfen immer mehr Dollars, Yens, Euros und Pfund und verwässern dadurch den Wert aller bislang existierenden Einheiten der Fiatwährungen. Für Privatpersonen ist es folglich wichtig, ihre Kaufkraft vor dieser stetigen Erosion zu schützen. Die Regierungen und Zentralbanken unterstützen und bevorteilen mit ihren wachsenden Ausgaben und Krediten die Eliten der Politik und der Finanzbranche, daher wird sich an ihrem Kurs auch nichts ändern. Der nächste Chart illustriert, in welchem Umfang die Notenbanken Geld "drucken", d. h. aus dem Nichts erschaffen:

 

Wie können Sie also Ihre Kaufkraft schützen? Mit Hilfe von Aktien, Anleihen, Immobilien, Silber, Gold und zahlreichen anderen Vermögenswerten. Dabei ergeben sich jedoch einige Probleme. Das Problem an den Aktienmärkten besteht derzeit zum Beispiel in den gefährlich hohen Kursen.

 

Das Problem an den Anleihemärkten ist dagegen, dass die Schuldpapiere zur Zeit kaum Renditen abwerfen und diese darüber hinaus in Währungen gezahlt werden, deren Wert unter Garantie sinkt. Darauf zu warten, dass ein freundlicher Zentralbanker Ihre Investments rettet, funktioniert vielleicht, wenn Sie zu den oberen Zehntausend zählen, aber die meisten Anleger können lange warten.

 

Das Problem mit Gold und Silber ist wiederum, dass man die Edelmetalle weitgehend anonym erwerben kann, dass sie ihren Wert über Jahrhunderte hinweg behalten, kein Gegenparteirisiko bergen und nicht von Zentralbanken oder Regierungen gefälscht werden können. Ob man diese Eigenschaften nun als Vorteile oder Probleme betrachtet, hängt sicherlich auch von der eigenen Perspektive ab.

 

Die Zentralbanker westlicher Statten betrachten Gold und Silber tendenziell als Gefahr für ihre Fiatwährungen. Sie wollen sichergehen, dass alle Bürger im schuldenbasierten, ungedeckten Fiatwährungssystem gefangen sind, das nur einigen Wenigen zugute kommt. Pech für den Rest von uns. Der Aufstieg der Kryptowährungen signalisiert jedoch unter anderem auch die zunehmende Unzufriedenheit der Menschen mit den Fiatwährungen.

 

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass das globale Finanzsystem, das auf "unehrlichen" Fiatwährungen beruht, gefährlich und instabil ist. Potentielle Kriege mit Nordkorea, Russland oder China werden die ohnehin schon schwerwiegenden ökonomischen Risiken weiter verstärken. Die Kriege der Vereinigten Staaten in Syrien, im Irak und in Afghanistan waren bereits mit äußerst hohen Kosten verbunden - sowohl in Bezug auf die Soldaten, die dort ihr Leben verloren, als auch in Bezug auf die unverhältnismäßigen Ausgaben und die neuen Schulden, die niemals zurückgezahlt werden können. 

 

Die Konsequenz dieser massiven Verschuldung, der außer Kontrolle geratenen Staatsausgaben und dem "Drucken" von mehr und mehr Geld durch die Zentralbanken wird die unvermeidliche Zerstörung unserer Währungen sein.

 

Die Antwort der westlichen Notenbanken auf diese Situation besteht darin, die Kurse an den Aktien- und Anleihemärkten nach oben zu treiben, die Zinsen auf fast 0% zu senken, einen "Krieg gegen das Bargeld" zu führen und natürlich noch mehr Schulden zuzulassen. Beachten Sie auch die Parallelen zwischen der aktuellen Lage und den Crashs von 2000 und 2007.

 

Die Antwort asiatischer Anleger und Staaten beinhaltet dagegen den Kauf von Gold, sehr viel Gold. Warum wohl wurden allein 2015 mindestens 1.000 Tonnen physisches Gold aus westlichen Tresoren nach Asien verschifft (siehe Artikel von Ronan Manly)?

 

 

Niemand kann behaupten, wir seien nicht gewarnt worden!

 

© GE Christenson

aka Deviant Investor 


Dieser Artikel wurde am 02. August 2017 auf www.deviantinvestor.com veröffentlicht und exklusiv für GoldSeiten übersetzt.

 

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